Vorfahrt für die Ökologie

Der Transport von Gütern ist eine zentrale Aufgabe und grosse Herausforderung für eine Detailhändlerin. Die Migros setzt dabei wo immer möglich auf die Schiene.

Für Güter benutzt die Migros wo immer möglich die Bahn, vor allem auf langen Strecken. Im Schweizer Verkehr ist sie mit einem Frachtaufkommen von jährlich über einer Million Tonnen die grösste Kundin von SBB Cargo. Mehr als 400 Bahnwaggons sind tagtäglich für die Migros unterwegs. Sämtliche regionalen Genossenschaften, alle grossen Industriebetriebe sowie die Verteilerzentren in Suhr, Neuendorf und Volketswil verfügen über einen eigenen Bahnanschluss. Containertransporte erreichen die Verteilerzentren bis auf den letzten Meter ausnahmslos auf der Schiene. Transporte per Flugzeug beschränkt die Migros aufs Minimum: Weniger als 0.5% der verkauften Früchten und Gemüse wird eingeflogen. Bei den Blumen beträgt der Luftfrachtanteil rund 30%.

Grünes Licht für die Bahn

75% des Verkehrsvolumens zwischen den grossen nationalen und den regionalen Verteilzentren wickelt die Migros auf der Schiene ab. Bezogen auf das gesamte Transportvolumen, also inklusive M-Industrie, verteilen die Migros-Betriebe 50% ihrer Waren mit der Bahn. Bei beiden Angaben ist die Belieferung der Verkaufsstellen nicht berücksichtigt, da es dabei keine Alternative zum LKW gibt. Insgesamt rund 10.6 Mio. km legten die Güterwaggons der Migros 2010 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Migros die Kilometerleistung damit um 2.7% gesteigert. Die Tonnagen gingen dagegen um 1.3% zurück. Grund für diese gegenläufige Entwicklung ist, dass die Migros gemäss ihrem Grundsatz einerseits mehr Artikel auf die Schiene brachte. So verlagerte der Migros-Verteilbetrieb Volketswil die Transporte von Textilien in die Genossenschaften Genf und Waadt auf die Bahn. Andererseits kam es bei der Beschaffung von Getränken, die viel wiegen, zu Veränderungen zugunsten der Strasse. So stellte die französische Staatsbahn SNCF Anfang 2010 die Lieferung von Mineralwasser ein, und eine andere Importmöglichkeit auf der Schiene konnte bislang nicht gefunden werden.

Diagramm zu Kilometerleistungen Bahntransporte

CHART - Kilometerleistung Bahntransporte

 

Massnahmen auf der Strasse

Sämtliche Migros-Transporte mit dem eigenen Fuhrpark der Genossenschaften und der Scana unterliegen individuellen CO2-Zielen. Ökologische Massnahmen ergreift die Migros daher auch bei ihrer eigenen LKW-Flotte, die jährlich rund 30 Mio. km zurücklegt. Sie optimiert die Fahrzeugauslastung, vermeidet Leerfahrten und achtet auf eine effiziente Routenwahl. Die stetige Erneuerung mit umweltfreundlicheren Fahrzeugen der Emissionsklassen Euro 4 und 5 führte in den vergangenen fünf Jahren zu einer Reduktion der Stickoxid- und Feinstaubemissionen um 48% respektive 54%. Ausserdem werden die Chauffeure periodisch in Energie sparendem Eco-Drive-Fahrstil geschult. Die Genossenschaften Zürich und Basel-Stadt führen überdies eine Verbrauchskontrolle pro LKW und Chauffeur.

Diagramme zu Stickoxid- und Feinstaubemissionen Lastwagen

CHART - Stickoxid-Emissionen LKW
CHART - Feinstaub-Emissionen LKW

Diagramm zu Kilometerleistung Lastwagen nach Eurokategorie

CHART - Kilometerleistung Lastwagen nach Eurokategorie

 

Biotreibstoffe
In den vergangenen Jahren testete die Migros in verschiedenen Pionierprojekten den Einsatz von Biotreibstoffen. Die Erfahrungen damit waren zwiespältig. Zwar lässt sich mit alternativen Treibstoffen das Klima entlasten. Aber es zeigte sich, dass sich derzeit eine Beimischungsquote von rund 10% aus motorentechnischen Gründen nicht übertreffen lässt. Zudem will die Migros mit Biotreibstoffen nicht die Nahrungsmittelproduktion konkurrenzieren. Einzelne Biotreibstoffe indes erwiesen sich durchaus als nachhaltig und werden von der Detailhändlerin gemäss einem internen Leitbild gezielt verwendet: So setzt die Migros Diesel aus gebrauchtem Speiseöl ein, und elf Lastwagen der Migros-Genossenschaft Zürich fahren bereits seit Jahren mit Biogas aus eigenen Grünabfällen und Speiseresten.